29.04.2013

Heilpädagogisches Zentrum wird verkleinert

Heim der Psychiatrischen Klinik Lüneburg muss Plätze abbauen

Lüneburg, 29. April 2013 - Insgesamt 55 Bewohnerinnen und Bewohner leben im Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) der Psychiatrischen Klinik Lüneburg (PKL).
Es sind Erwachsene mit leichter bis schwerer Intelligenzminderung, Verhaltensstörungen, psychischen Erkrankungen und körperlichen Einschränkungen oder Epilepsien, für die ein selbstständiges Leben außerhalb einer Einrichtung nicht möglich ist. Im HPZ leben sie in verschiedenen Wohngruppen und werden von einem interdisziplinären pädagogischen und pflegerischen Team betreut. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darin, jede Bewohnerin und jeden Bewohner auf dem Weg zu Eigenständigkeit und weitgehend selbstbestimmtem Handeln zu fördern. Ein vielseitiger Arbeits- und Beschäftigungsbereich mit einer Kerzen- und Seifenwerkstatt unterstützt die Tagesgestaltung und wird individuell an das jeweilige Leistungsvermögen angepasst.

Die Umsetzung dieser anspruchsvollen Betreuung wird seit Jahren durch geänderte gesetzliche Rahmenbedingungen und Kürzungen der Pflegesätze erschwert. Trotz erheblicher Einsparmaßnahmen und zahlreicher konzeptioneller Überlegungen auf allen Ebenen des HPZ und der PKL konnte keine tragfähige Lösung gefunden werden, die eine pädagogisch sinnvolle und zugleich kostendeckende Weiterführung unter diesen Vorgaben ermöglicht.

„Die einzige Möglichkeit, die Zukunft des Heilpädagogischen Zentrums zu sichern, besteht darin, das jährliche Defizit deutlich zu verringern. Das kann nur gelingen, wenn Heimplätze abgebaut und Wohngruppen geschlossen werden”, sagt Rolf Sauer, Geschäftsführer der PKL, und betont: „Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, sie ist aber die einzige Chance, den Bestand der Einrichtung auf Dauer zu sichern.”

Die Angehörigen und Betreuer der Bewohnerinnen und Bewohner wurden jetzt mit einem Schreiben der Heimleitung informiert. Die PKL will zunächst keine Kündigungen der Heimplätze aussprechen. Vielmehr soll gemeinsam mit den Bewohnern, Angehörigen und Betreuern in den kommenden zwölf Monaten nach alternativen Wohnplätzen gesucht werden. So soll für jeden, der nicht im HPZ bleiben kann, die bestmögliche Lösung gefunden werden.

Das HPZ hat die Angehörigen und Betreuer für Montag, 6. Mai 2013, zu einer nicht-öffentlichen Informationsveranstaltung eingeladen, um im persönlichen Gespräch und im Interesse aller Bewohnerinnen und Bewohner nach gemeinsamen Lösungen zu suchen.