24.04.2018

Bäckerei Harms-Brot „Fundsstück“ finanziert Strandkorb

Sinnesgarten im Seniorenzentrum Alte Stadtgärtnerei füllt sich mit Leben

4.000 verkaufte „Fundsstücke“ sind einen Strandkorb wert, den die Bäckerei Harms jetzt für die Gestaltung des Sinnesgartens für Demenzerkrankte im Seniorenzentrum Alte Stadtgärtnerei spendete. „Für unsere Bewohner ist das eine schöne Möglichkeit, Urlaubserinnerungen wachzurufen“, freut sich Heimleiter Thomas König, „In der Betreuung demenziell Erkrankter arbeitet man häufig mit Erinnerungen, um den Bewohnern beispielsweise positive Gefühle und Sicherheit zu vermitteln - dafür eignet sich der Strandkorb ausgezeichnet.“

Jannik Harms, Geschäftsführer der Lüneburger Bäckerei Harms, unterstützt das Fundskerle-Projekt „Düfte wecken Erinnerungen“ von Anfang an. 2016 erfand er eigens dafür das „Fundsstück“, ein Brot mit hochwertigen Zutaten, von dessen Verkauf pro Stück 50 Cent direkt in den Sinnesgarten investiert werden. „Von Oktober 2017 bis Mitte März 2018 haben wir 4.000 „Fundsstücke“ verkauft. Diese 2.000 Euro wollte ich für die Ausstattung des Sinnesgartens verwenden und war von der Idee eines Strandkorbs sofort begeistert“, erzählt Harms bei der offiziellen Übergabe am Donnerstag vergangener Woche.

Von links: Heimleiter Thomas König, Claudia Bitti von den Fundskerlen und Jannik Harms, Geschäftsführer der Bäckerei Harms

Am gleichen Tag fand auch die erste Gartentherapie-Schulung für das Team der Sozialen Betreuung im Seniorenzentrum Alte Stadtgärtnerei statt. Mirko Surburg, Gärtnermeister und Gartentherapeut, der den inzwischen fertig angelegten Sinnesgarten entworfen hatte, vermittelte erste Grundlagen in Theorie und Praxis. Dazu gehörten unter anderem Aussaat-Tipps und „Memory mal anders“, eine spielerische Erinnerungsübung mit Fotos von Blumen, Obst- und Gemüsearten, die die Bewohner im Garten wiedererkennen sollen. „Der Sinnesgarten lässt sich auch für Bewegungs- und Aktivierungsübungen einsetzen, die demenziell Erkrankten besonders in depressiven Phasen gut tun“, erklärt Mirko Surburg. „Man kann im Garten ein erreichbares Ziel definieren, beispielsweise ein Hochbeet, und dort angekommen eine Frucht zum Verzehr abpflücken. Die Bewegung schließt für die Bewohner also mit einer erlebbaren Belohnung, einem Erfolg ab.“ Unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ möchte Surburg den Mitarbeitern des Seniorenzentrums aber vor allem die Begeisterung für den Sinnesgarten und dessen vielseitige Möglichkeiten für die Bewohnerbetreuung vermitteln.

Damit der Garten vielseitig in den Alltag der demenziell erkrankten Bewohner eingebunden werden kann, fehlen jetzt noch Hochbeete und weitere Sitzbänke. „Helfen Sie mit und richten Sie mit uns den Sinnesgarten ein“, bittet Claudia Bitti, Ansprechpartnerin der Fundskerle, um weitere Spenden zur Vervollständigung des Sinnesgartens. Weitere Informationen zum Projekt unter www.fundskerle.org.