16.05.2014

Flächendeckende Hilfe für Gewaltopfer

Klinikum Lüneburg wird Partnerklinik im Netzwerk ProBeweis

Lüneburg, 16. Mai 2014 - Das Klinikum Lüneburg wird Partnerklinik des niedersachsenweiten Netzwerks ProBeweis, das eine kostenfreie und vertrauliche Dokumentation und Beweissicherung für Opfer häuslicher und sexueller Gewalt anbietet. Aus diesem Anlass lädt das Klinikum gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover alle Interessierten zu einer Informationsveranstaltung ein, bei der das Netzwerk seine Arbeit vorstellen wird. Die Veranstaltung findet am Montag, 26. Mai 2014, um 15 Uhr im Hörsaal des Klinikums, Bögelstraße 1, in Lüneburg statt.

Körperliche und sexuelle Gewalt ereignet sich nicht selten in der Partnerschaft, im Bekanntenkreis oder der Familie. Gerade in diesen Fällen ist es für die Betroffenen sehr schwierig, sich sofort für eine Strafanzeige zu entscheiden. Häufig erfolgt eine Strafanzeige erst einige Zeit nach dem Ereignis. Eine zeitnahe Untersuchung zur Dokumentation von Verletzungen und zur Spurensicherung ist für ein späteres Strafverfahren jedoch von großer Bedeutung.

Ziel des Projektes Netzwerk ProBeweis ist es, Betroffenen von häuslicher und sexueller Gewalt eine gerichtsverwertbare, kostenfreie und verfahrensunabhängige Dokumentation und Spurensicherung bereits vor der möglichen Entscheidung für eine Strafanzeige anzubieten. Die Untersuchung erfolgt unter Gewährleistung der ärztlichen Schweigepflicht. Entschließen sich die Betroffenen zu einem späteren Zeitpunkt für eine Strafanzeige, können die gesicherten Befunde in Form eines gerichtsfesten Gutachtens eingebracht werden.

Das Netzwerk ProBeweis ist am Institut für Rechtsmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) angesiedelt. Neben den zentralen Ambulanzen des Institutes für Rechtsmedizin der MHH in Hannover und Oldenburg stützt sich das Netzwerk auf eine wachsende Zahl von Gewaltambulanzen und Partnerkliniken in Niedersachsen. Dazu gehört jetzt auch das Klinikum Lüneburg.

Die Niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt zeigte sich erfreut über die neue Partnerklinik: „Das Netzwerk ProBeweis bietet ein situationsgerechtes Angebot für die Opfer von Sexualdelikten und häuslicher Gewalt und leistet einen wichtigen Beitrag für die Unterstützung von gewaltbetroffenen Frauen. Die weitere Ausdehnung des Angebotes ist im Flächenland Niedersachsen von besonderer Bedeutung.“

Die Teilnahme an der Informationsveranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.