12.01.2023

Probeliegen auf dem OP-Tisch

Vorbereitungen für Azubi-Messe am 21. Januar laufen auf Hochtouren

Wie fühlt es sich an, selbst im Patientenbett oder gar auf dem OP-Tisch zu liegen? Und wie ist es, eine täuschend echte Babypuppe in der Hand zu halten, die einem Frühchen nachempfunden ist? Wenn das Klinikum Lüneburg am Samstag, 21. Januar, von 10 bis 14 Uhr zu seiner ersten interaktiven Azubi-Messe einlädt, dann ist Mitmachen angesagt. „Wir werden von der Zentralen Notaufnahme bis zum OP alle wichtigen Bereiche an verschiedenen Stationen nachbilden, damit unsere Besucherinnen und Besucher einen möglichst realistischen Einblick in unsere Ausbildungsberufe bekommen“, erklärt Sandrina Kruppa aus der Personalabteilung des Klinikums.

Schon seit einiger Zeit arbeitet sie gemeinsam mit einem Team an einem Konzept für die Messe. Gerade die Zeit nach den Zwischenzeugnissen im Januar sei für viele Schülerinnen und Schüler der entscheidende Zeitpunkt, an dem sie sich für eine Ausbildung entscheiden, weiß die Personalerin. Rund 60 Ausbildungsplätze gibt es im Klinikum jährlich zu besetzen, ein großer Teil davon fällt mit 48 Plätzen in den Bereich Pflege. Hier bildet das Klinikum gemeinsam mit der DRK-August-Schwesternschaft die zukünftigen Pflegefachmänner und -frauen aus.

Neben der Pflegefachausbildung (PFF/PFM) gibt es im Klinikum die Ausbildungen als Medizinische Fachangestellte (MFA) und im kaufmännischen Bereich die Ausbildung der Kaufleute im Gesundheitswesen (KiG). Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, als Operationstechnische Assistenz (OTA), Anästhesietechnische Assistenz (ATA) oder als Medizinische/r Technologe/in für Radiologie (MTR) ausgebildet zu werden. „Wir stellen auf Messen immer wieder fest, dass viele Schülerinnen und Schüler diese Berufe gar nicht kennen“, berichtet Sandrina Kruppa. „Deshalb ist es uns so wichtig, die Schülerinnen und Schüler zu uns ins Haus zu holen, weil wir hier einige Situationen sehr authentisch darstellen können.“

Mit einem Lageplan werden die Besucherinnen und Besucher in die Rolle der Patienten versetzt und können an den Stationen mit den jetzigen Azubis und Ausbildern ins Gespräch kommen. Vitalzeichenmessung heißt es in der Zentralen Notaufnahme. Wer möchte, kann sich auch einmal auf den OP-Tisch legen und die Anästhesiemaske aufsetzen. Oder sich im Anlegen der elektronischen Patientenakte üben, die im Alltag auf den Stationen in der Pflege nicht mehr wegzudenken ist.

„Motivierte junge Leute zu gewinnen, ist für uns momentan das zentrale Thema. Viele haben durch Corona und die vielen Krisenberichte in den letzten Jahren immer wieder die gleichen Bilder gesehen“, sagt Geschäftsführer Dr. Michael Moormann. Jetzt sei es wichtig, aktiv zu zeigen, dass die Arbeit im Klinikum mehr sei als „nur Dauerkrise“ und dass es kaum sinnvollere und erfüllendere Tätigkeiten gebe als die Arbeit mit Menschen in einer Klinik. „An dem Tag wollen wir den zukünftigen Auszubildenden Einblick geben in die zum Teil faszinierende Arbeitswelt eines Krankenhauses.“

Die Messe findet in einem abgetrennten Bereich zwischen Cafeteria und Hörsaal statt – ohne direkten Kontakt zum regulären Krankenhausbetrieb und zu Patienten. Trotzdem müssen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Messe, genauso wie Besucher, einen tagesaktuellen Corona-Testnachweis einer zertifizierten Teststelle vorlegen. Während des gesamten Aufenthalts im Klinikum muss eine FFP-Maske getragen werden.