02.04.2015

Kürzere Wege für Medizinstudenten

Psychiatrische Klinik Lüneburg jetzt Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg

Ab 1. April 2015 können Studierende der Medizin an der Universität Hamburg ihr Praktisches Jahr (PJ) jetzt auch im Wahlfach Psychiatrie in Lüneburg absolvieren. Analog zum Klinikum Lüneburg, das bereits seit einem Jahr Akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ist, hat jetzt auch die Psychiatrische Klinik Lüneburg (PKL) einen entsprechenden Vertrag mit der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg geschlossen. Bis 31. März 2015 war die PKL Lehrkrankenhaus der Georg-August-Universität Göttingen.

„Wir freuen uns sehr über die engere Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf“, sagt Dr. med. Sebastian Stierl, Ärztlicher Direktor der PKL und Vertrauensdozent für die PJ-Studierenden. „Mit dem neuen Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des UKE, Prof. Dr. med. Jürgen Gallinat, verbinden uns gleich mehrere Aspekte: Eine ähnliche Versorgungsphilosophie in der Region, vergleichbare Projekte zur Ambulantisierung von bisher in der Regel stationär behandelten psychisch Erkrankten und eine differenziert kritische Haltung gegenüber dem Einsatz von Psychopharmaka. Davon werden auch die Studierenden profitieren.“

Die neue Kooperation bietet allen Beteiligten noch weitere Vorteile: Die PKL kann das PJ nutzen, um sich als attraktiver Arbeitgeber und innovative Ausbildungsstätte für die spätere Facharztweiterbildung zu empfehlen bzw. potenzielle neue Ärzte in Weiterbildung kennenzulernen. Für die Studierenden bedeutet ein PJ in Lüneburg nicht mehr zwangsläufig einen Wohnortwechsel. Denn durch die räumliche Nähe und die gute Verkehrsanbindung zwischen Lüneburg und Hamburg ist ein tägliches Pendeln zwischen beiden Städten kein Problem. Von Göttingen aus war das nur mit großem zeitlichem Aufwand möglich und bedeutete für viele Studierende ein Hürde bei der Entscheidung für ein PJ in Lüneburg.

Das Praktische Jahr ist der letzte Ausbildungsabschnitt des Medizinstudiums im sechsten Studienjahr. Im Mittelpunkt steht die praktische Ausbildung in Kliniken. Während des Praktischen Jahrs erhalten die Studierenden die Möglichkeit, ihre im vorhergehenden Studium erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten zu vertiefen und zu erweitern. Nach dem PJ erfolgt der dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Absolventen ihre Approbation, die sie zur uneingeschränkten Ausübung des ärztlichen Berufs berechtigt. In der Regel folgt dann eine mehrjährige Weiterbildung zum Facharzt in einem oder mehreren medizinischen Teilgebieten.