12.07.2017

Erster Spatenstich für Sinnesgarten für Demenzerkrankte

Großzügige Förderung der Klosterkammer Hannover macht Baubeginn möglich

„Wir freuen uns, dass wir aufgrund der breiten Unterstützung jetzt mit dem Anlegen des Gartens beginnen können. Der Sinnesgarten wird sicher eine wertvolle Bereicherung des Angebots für unsere Bewohner werden“, sagte Ekkhard Meyer, Geschäftsführer der Städtisches Pflegezentrum Lüneburg gGmbH, anlässlich des ersten Spatenstichs zum Bau eines Sinnesgartens für demenzerkrankte Bewohner des Seniorenzentrums Alte Stadtgärtnerei in Lüneburg. Durch die Möglichkeit zum Fühlen, Riechen, Schmecken und Sehen kann der Sinnesgarten nicht nur Erinnerungen wachrufen, sondern auch dabei helfen, die Sinne zu trainieren und Ängste zu verringern. Unter dem Motto „Düfte wecken Erinnerungen“ sammeln die Fundskerle, der Förderkreis der Gesundheitsholding Lüneburg, seit November 2015 Spenden für den Sinnesgarten. Auch Dank einer großzügigen Fördersumme von 15.000 Euro durch die Klosterkammer Hannover wurden inzwischen dreiviertel der insgesamt benötigten 60.000 Euro erreicht, und der Bau kann beginnen.

„Das Konzept des Sinnesgartens hat uns überzeugt. Durch unsere Förderung können wir hier nicht nur einen Teil unserer Erbbaurechtseinnahmen an die Region zurückgeben, sondern auch ein soziales Projekt gemäß unserer Stiftungszwecke unterstützen. Wir sind sicher, dass sich der Sinnesgarten bewähren und beispielhaft für weitere solcher Gärten in Seniorenheimen sein wird“, erläutert Präsident Hans-Christian Biallas die Motivation der Klosterkammer Hannover, das Projekt zu unterstützen. Er war nach Lüneburg gekommen, um sich gemeinsam mit den Verantwortlichen des Seniorenzentrums von Gartentherapeut und Gärtnermeister Mirko Surburg anlässlich des ersten Spatenstichs noch einmal das Konzept für den Sinnesgarten beschreiben zu lassen. Die Umsetzung erfolgt durch Fa. Boeder Gartenbau- und Steinmetzbetrieb aus Lüchow.

Menschen, die an Demenz erkranken erleben eine zunehmende Veränderung ihres Alltags. Sie vergessen alltägliche Dinge, das Kurzzeitgedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit lassen nach, und es kann zu Orientierungslosigkeit kommen. Mit dem Sinnesgarten wird eine „Therapie der Sinne“ im Freien möglich, die den Verlauf einer demenziellen Erkrankung positiv beeinflussen kann. „Die Gartentherapie ist ein Baustein in der Betreuung alter und demenziell erkrankter Menschen“, beschreibt Mirko Surburg. „Durch körperliche Aktivitäten und den Aufenthalt in der Natur gibt sie den Bewohnern die Möglichkeit, die jahreszeitlichen Veränderungen bewusst zu erleben. Neben den Sinneseindrücken wecken auch Graben, Pflanzen, Unkrautjäten usw. Erinnerungen, da viele ältere Menschen früher regelmäßig im Garten oder in der Landwirtschaft gearbeitet haben.“

Damit der Garten vielseitig in den Alltag der demenziell erkrankten Bewohner eingebunden werden kann, fehlen jetzt noch verschiedene Einrichtungsgegenstände: ein Pavillon für u. a. die Angebote der Ergotherapie, Sitzbänke, Strandkorb, Hollywoodschaukel und ein Geräteschuppen. „Helfen Sie mit und richten Sie mit uns den Sinnesgarten ein“, bittet Claudia Bitti, Ansprechpartnerin der Fundskerle, um weitere Spenden zur Fertigstellung des Sinnesgartens. Weitere Informationen zum Projekt unter www.fundskerle.org.