29.04.2010

Anerkannte Versorgung bei gynäkologischen Tumoren

Frauenklinik jetzt auch als Gynäkologisches Krebszentrum ausgezeichnet

Lüneburg, 29. April 2010 - Nach der Beurkundung als zertifiziertes Brustzentrum im Dezember 2007 hat das Städtische Klinikum Lüneburg unter Federführung der Frauenklinik jetzt auch die Anerkennung als Gynäkologisches Krebszentrum durch die Deutsche Krebsgesellschaft erhalten. Diese Auszeichnung belegt, dass neben Brustkrebs auch andere bösartige Tumoren, wie Gebärmutterhals-, Eierstockkrebs oder Krebserkrankungen der äußeren Geschlechtsorgane hier mit hoher Qualität behandelt werden.

„Das wichtigste Ziel dieser Zentrenbildung ist eine verbesserte Behandlungsqualität, die unseren Patientinnen sehr hohe Heilungschancen ermöglicht", sagt Professor Dr. Peter Dall, Chefarzt der Frauenklinik und Leiter von Brustzentrum und Gynäkologischem Krebszentrum, zum Engagement des Klinikums. „Gesamtdeutsche Feldstudien und Querschnittsanalysen zeigen, dass nur etwa 50 Prozent der Patientinnen eine optimale Therapie erhalten - das ist in Lüneburg anders", erklärt er gemeinsam mit dem Leitenden Oberarzt Georg von Kopylow und Oberarzt Dr. Eric Boetel, Koordinatoren von Brustzentrum und Gynäkologischem Krebszentrum. Anders, weil hier nach interdisziplinärer Diagnostik und Indikationsstellung die Operation durch ausgewiesene Experten für Krebsoperationen durchgeführt wird. Prof. Dall hat vor seiner Tätigkeit in Lüneburg jahrelang als stellvertretender Direktor an der Universitätsfrauenklinik Düsseldorf, einem der größten deutschen Krebszentren, ausgedehnte gynäkologische Tumoroperationen durchgeführt. Gemeinsam mit den Chef­ärzten der Visceralchirurgie und Urologie sind auch ausgedehnte organübergreifende Operationen mit Organrekonstruktionen, z. B. der Harnblase, am Klinikum Lüneburg etabliert worden. Anders ist auch die auf internationalen Leitlinien basierende Behandlung im Anschluss an die Operation. Diese erfolgt in Kooperation mit onkologischen Spezialisten in verschiedenen Praxen in und um Lüneburg.

Die Entstehung onkologischer Zentren auf freiwilliger Basis wird von der Deutschen Krebsgesellschaft mit einem festgelegten qualitativen Anspruch gefördert, um so die Versorgung von Krebspatienten zu verbessern. In onkologischen Zentren werden betroffene Patienten ganzheitlich und in allen Phasen der Erkrankung betreut und versorgt. Diese ganzheitliche Versorgung ist nur durch ein Netzwerk von Spezialisten unterschiedlicher medizinischer und pflegerischer Fachrichtungen möglich, in denen diese ihre Arbeitsweise gegenseitig auf die Bedürfnisse einer optimalen Patientenversorgung ausrichten. Für das Gynäkologische Krebszentrum Lüneburg bedeutet dies, dass hier Frauenärzte, Chirurgen, Urologen, Strahlentherapeuten, Radiologen, Pathologen, Onkologen und Psychologen aus dem Klinikum und niedergelassenen Praxen sowie Selbsthilfegruppen eng zusammenarbeiten. Wöchentliche Tumorkonferenzen der Expertengruppe bieten die Sicherheit der bestmöglichen Versorgung für jede einzelne Patientin.

„Wir freuen uns besonders darüber, dass wir nach der Medizinischen Hochschule Hannover, der Universitätsklinik Göttingen und dem Pius Hospital Oldenburg jetzt die vierte Klinik in Niedersachsen sind, die sowohl als Brust- als auch als Gynäkologisches Krebszentrum anerkannt ist", erläutert Professor Dall. „Im Gynäkologischen Krebszentrum werden jährlich etwa 100 Patientinnen betreut. Das Klinikum gehört damit zu den größten Versorgungszentren Niedersachsens."

Zu den Kriterien für die Anerkennung als zertifiziertes Tumorzentrum gehören unter anderem das medizinische Leistungsangebot, das sich auch in einer hohen Zahl an Behandlungsfällen widerspiegelt, die umfangreiche Beratung und psychoonkologische Betreuung der Patientinnen und vor allem ein effektives Qualitätssicherungssystem. Alle Behandlungsergebnisse werden protokolliert, statistisch analysiert und veröffentlicht, so dass eine maximale Transparenz der Vorgänge gewährleistet ist.

„Die Einführung eines Qualitätsmanagements an der Frauenklinik ist vorbildhaft für das gesamte Städtische Klinikum und fungiert als Pilotprojekt. Es ist die Basis eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, den wir begonnen haben und dem wir uns nicht zuletzt durch die Anerkennung der Deutschen Krebsgesellschaft besonders verpflichtet fühlen", so Professor Dr. Anton Schafmayer, Ärztlicher Direktor des Städtischen Klinikums.

Geschäftsführer Dr. Michael Moormann ergänzt, dass die hohe Qualität der Behandlung auch überregional anerkannt sei und Patienten sogar aus Hamburg den Weg zur Behandlung nach Lüneburg fänden. Das zeige, dass man mit dem konsequenten Fokus auf medizinische Qualität den richtigen Weg eingeschlagen habe und daher die Gründung weiterer zertifizierter Zentren anstrebe.