27.04.2018

25 Jahre Förderverein für Interstitielle Zystitis

Fortbildung für Behandler und Patientenforum in Lüneburg

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Interstitial Cystitis Association ICA-Deutschland, gemeinnütziger Förderverein für Interstitielle Zystitis, lädt die Klinik für Urologie des Klinikums Lüneburg gemeinsam mit ICA-Deutschland zur Fortbildung inklusive Erfahrungsaustausch für Therapeuten aller Berufsgruppen und einem Patientenforum zum Thema „Interstitielle Zystitis und Beckenschmerzen“ ein. Die Veranstaltung findet am Samstag, 5. Mai 2018, von 15 bis ca. 18 Uhr im Tagungsraum Bernstein des Hotels Bergström, Bei der Lüner Mühle, in Lüneburg statt. Eingeladen sind Therapeuten, Heilpraktiker, Osteopathen, Haus- und Fachärzte, Studierende der Medizin und Mitarbeiter des Klinikums sowie Betroffene und Interessierte.

Charakteristisch für die Interstitielle Zystitis (IC), die auch als Blasenschmerzsyndrom (engl. bladder pain syndrome BPS) bekannt ist, ist ein oft sehr starker und chronischer, länger als sechs Monate bestehender Beckenschmerz oder ein Druckgefühl im Bereich der Harnblase. Dazu kommt mindestens ein weiteres Symptom, wie ständiger Harndrang oder häufiges Wasserlassen. In vielen Fällen liegt eine chronische Entzündung der Harnblasenwand vor, die nicht von Bakterien verursacht wird. Die Patienten stehen unter enormem Leidensdruck, der sich auch auf die Angehörigen auswirkt. Schmerz und Harndrang mit bis zu 60 Toilettengängen bei Tag und Nacht führen Betroffene nicht selten in die soziale Isolation und in die Erwerbsunfähigkeit.

Die Ursachen für eine Interstitielle Zystitis sind weitgehend unbekannt. Einige Patienten haben zusätzlich Muskel- und Gelenkschmerzen, Migräne, Allergien, Dickdarm- und Magenprobleme. Häufig liegen Autoimmunerkrankungen vor, wie beispielsweise rheumatoide Arthritis oder Lupus erythematodes. Insbesondere wegen dieser vielfältigen Begleitsymptome und den Herausforderungen einer klaren Diagnosestellung hat der ICA-Deutschland e. V. die Gründung spezieller „Zentren für Interstitielle Zystitis und Beckenschmerz“ ins Leben gerufen. In enger Kooperation arbeiten Experten der Fachgebiete Urologie, Gynäkologie, Allgemein- und Viszeral-chirurgie, Pathologie, Schmerztherapie, Neurologie, Ernährungsberatung, Psychosomatische Medizin und Physiotherapie zusammen, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Das Zentrum für Interstitielle Zystitis und Beckenschmerz des Klinikums Lüneburg wurde im Frühjahr 2018 als europaweit drittes Zentrum dieser Art vom ICA-Deutschland e. V. zertifiziert. Interne und externe Kooperationspartner ermöglichen sowohl eine differenzierte Diagnostik als auch sämtliche in Frage kommenden Therapieformen.

Im Rahmen der Veranstaltung werden neue Erkenntnisse, therapeutische Ansätze und die Möglichkeiten optimaler interdisziplinärer Zusammenarbeit diskutiert. Die Teilnahme an der Jubiläumsveranstaltung ist kostenfrei.