15.02.2017

Albert-Ransohoff-Saal feierlich eingeweiht

Psychiatrische Klinik Lüneburg benennt Mehrzwecksaal um

Anlässlich seines 145. Geburtstages hat die Psychiatrische Klinik Lüneburg den bisherigen Mehrzwecksaal am 14. Februar 2017 nach dem Nervenarzt und Psychiater Dr. med. Nathan Albert Ransohoff benannt.
1872 im westfälischen Nieheim geboren, war er von 1904 bis 1919 Ärztlicher Direktor der elsäs- sischen Anstalt Stephansfeld-Hördt. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er 1919 aus dem Elsass aus- gewiesen und kam auf Umwegen 1921 gemein- sam mit seiner Frau Hilma nach Lüneburg. Hier war er zwei Jahre Medizinalrat beim Regierungs- präsidenten, bevor er 1923 eine Praxis für Nervenheilkunde eröffnete – zunächst in der Lindenstraße, später im Altenbrückerdamm 1.

Er engagierte sich vielfältig und war ein angesehener Bürger der Stadt Lüneburg. Mit der Machtübernahme der NSDAP 1933 wurde er wegen seines jüdischen Glaubens Opfer von Entrechtung und antisemitischer Gewalt. In der Pogromnacht vom 9. November 1938 verwüstete man seine Wohn- und Praxisräume. Er wurde verhaftet und in das Konzentrations- lager Sachsenhausen verschleppt. Nach der Haftentlassung war er gezwungen, sein Haus zu verkaufen und zog mit seiner nicht-jüdischen Frau nach Hamburg.

Die letzten Kriegsjahre überlebte das Ehepaar Ransohoff in einem dänischen Altersheim bei Lauenburg. Während langwieriger Verhandlungen über die Rück- erstattung seines Vermögens starb Nathan Albert Ransohoff 1951 in Hamburg.

Im Februar 2017 erschien das Buch „Nathan Albert Ransohoff (1872-1951) - Leben und Wirken eines Lüneburger Arztes“.